Faltschloss

Faltschlösser welche auch als Gelenkschlösser bezeichnet werden, sind noch nicht so lange auf dem Markt erhältlich. Im Jahr 2005 stellte der Hersteller ABUS die ersten Faltschlösser vor. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus Kabel- und Bügelschloss. Das Faltschloss setzt sich aus kleinen Gliedern zusammen, welche mittels Gelenke zusammengehalten werden. Damit ist das Faltschloss flexibler und gelenkiger als ein Bügelschloss und bietet mehr Sicherheit als ein Bügelschloss.

Die Bauart eines Faltschlosses

Die Bauart eines Faltschlosses lässt sich am besten mit der eines Zollstocks vergleichen. Auch hier sind mehrere Glieder über ein spezielles Gelenk miteinander verbunden. Der Vorteil der einzelnen Glieder liegt vor allem in Tatsache, dass diese sehr schwer durchtrennbar sind und potentielle Diebe beispielsweise mit einer Säge keinen allzu großen Erfolg erzielen können - zumindest nicht innerhalb kürzester (und somit von Dieben bevorzugter) Zeit. Darüber hinaus sind die Glieder aber auch recht flach konstruiert, sodass auch die Nutzung eines Bolzenschneiders vergleichsweise schwierig ist.

Schließarten eines Faltschlosses

Praktische Faltschlösser sind je nach Modell mit unterschiedlichen Schließsystemen ausgestattet. Die sicherste Variante ist und bleibt hierbei ein Schließzylinder mit Schlüssel, viele Hersteller bieten alternativ jedoch auch Ausführungen mit Zahlenschloss an. Entscheidet man sich für ein solches Modell, sollte man allerdings unbedingt darauf achten, dass der einzugebende Code aus mindestens vier Ziffern besteht, da ein Erraten der Kombination hierdurch erheblich erschwert wird. Eine weitere Variante sind Faltschlösser, die via Smartphone verschlossen und geöffnet werden. Auch wenn diese Schließart auf den ersten Blick sehr modern klingen mag, gilt es hierbei jedoch unbedingt zu bedenken, dass sich das Schloss beispielsweise nicht mehr öffnen lässt, wenn das Smartphone versehentlich verloren oder gar entwendet wird.

Die Vorteile eines Faltschlosses

Neben ihrer hervorragenden Sicherheit wissen Faltschlösser noch durch einige weitere Vorteile zu überzeugen: Wer sein Fahrrad bereits hin und wieder mit einem klassischen Bügelschloss angeschlossen hat, wird sicherlich wissen, dass ein solches Schloss nur sehr schwer, oder im schlechtesten Fall gar nicht an einem feststehenden Gegenstand angebracht werden kann. Die Folge: Oftmals dient ein Bügelschloss aufgrund der überschaubaren Packweite lediglich dazu, das Vorderrad mit dem Rahmen des Fahrrads zu verbinden. Für erfahrene Diebesbanden ist diese Art der Fahrradsicherung fast schon eine Einladung zum Diebstahl: Sie laden einfach das komplette Fahrrad in ihr Auto ein, verlassen unmittelbar nach den Entwendung den Tatort und kümmern sich anschließend in aller Seelenruhe um das Aufbrechen des Schlosses.

Ganz anders hingegen beim Faltschloss: Da sich dieses sehr breitflächig ausklappen lässt, kann es problemlos an einem feststehenden Gegenstand, wie etwa eine Straßenlaterne, einem Fahrradständer, einem Zaun o.ä. angebracht werden. Potentielle Diebe müssten das Schloss somit direkt vor Ort knacken, was angesichts der außergewöhnlich hohen Sicherheit eines Faltschlosses eine sehr schwierige Aufgabe darstellt. Ebenfalls praktisch: Nach seiner Verwendung lässt sich das Faltschloss sehr platzsparend zusammenfalten, wodurch es problemlos im Rucksack mitgeführt werden kann.

Die Nachteile eines Faltschlosses

Echte Nachteile gibt es beim Faltschloss eigentlich nicht - weswegen sich diese Variante mittlerweile stetig wachsender Beliebtheit erfreut. Anzumerken gilt es allerdings, dass man sich bei der Wahl eines solchen Schlosses nicht unbedingt für die preiswerteste Ausführung entscheiden sollte: Hier wird oftmals am verbauten Zylinder gespart, der sich infolgedessen leichter knacken lässt - dann sind auch die stärksten Glieder und Verbindungen leider nutzlos.

Der Preis für ein gutes Faltschloss

Der Preis ist derzeit leider noch recht hoch angesiedelt. Durchschnittlich muss man für ein hochwertiges Markenprodukt etwa 60 bis 100 Euro investieren. Mittlerweile sind die Preise vieler Hersteller jedoch bereits kräftig gesunken. Zu den bekanntesten Herstellern von modernen Faltschlössern gehören derzeit ABUS, Trelock und Fischer.

Empfehlenswerte Faltschlösser

Wer sich im Rahmen seiner Suche nach einem hochwertigen Faltschloss den ein oder anderen Testbericht im Internet anschaut, wird hierbei sehr häufig auf das ABUS Bordo Granit X-Plus 6500 stoßen, welches insbesondere durch seine hervorragende Aufbruchsicherheit sowie seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten zu überzeugen weiß und auch bei Stiftung Warentest eine sehr gute Endnote (2,1) für sich verbuchen konnte. Die unverbindliche Preisempfehlung dieses Modells lag zur Markteinführung bei stolzen 129,95 Euro, mittlerweile ist das gute Stück jedoch bereits für rund 80 Euro zu haben.

Wer sich ein besonders langes (und somit sehr flexibel einsetzbares) Faltschloss zulegen möchte, sollte hingegen einen Blick auf das FS500 Toro aus dem Hause Trelock werfen, das mit einer maximalen Länge von 90 cm angenehm groß ausfällt. Eine sehr empfehlenswerte Alternative stellt zudem das Abus Bordo Combo 6100 mit einer Länge von 75 cm dar.


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